Erneuerbare Energie & Energieeffizienz
Mehr als jede andere Region in Italien setzt Südtirol auf nachhaltige Investitionsförderung und gewinnt dabei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch.
Leadership im Bereich Erneuerbare Energie in Italien
Südtirol ist bei der Erschließung und Entwicklung von Quellen für erneuerbare Energie nicht nur führend in Italien, sondern hat eine Modellfunktion für ganz Europa. 56% des gesamten Strom- und Wärmebedarfs – der Verkehr ausgenommen – werden heute schon durch erneuerbare Energie gedeckt. Beim Strom wird durch den Einsatz von Wasserkraft nahezu doppelt so viel produziert wie in Südtirol benötigt (Astat 2009). Südtirol setzt zusätzlich stark auf die Nutzung der Sonnenenergie. Derzeit sind in Südtirol Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 37 MW installiert (Atlasole GSE 2010), was einem Schnitt von 75 W pro Einwohner entspricht. Im Bereich der Solarthermie sind in der Provinz über 200.000 m² an Solaralagen installiert, dies sind ca. 0,40 m² pro Einwohner (Amt für Energieeinsparung 2009).
Diese Zahlen sind jedoch nicht nur Ergebnis einer prädestinierten geographischen Lage, in der viele Sonnenstunden und die Gebirgslage wesentliche Faktoren sind: In Südtirol wird durch den gezielten Einsatz politischer und wirtschaftlicher Instrumente aktiv an der Steigerung der Energieeffizienz und dem Ausbau dieser Schlüsselbranche gearbeitet.
Bereits jetzt arbeiten weit mehr als 100 Unternehmen in Südtirol in verschiedenen Sparten des Wirtschafts- und Forschungszweiges Erneuerbare Energien. Unternehmen, die sich hier neu ansiedeln, finden ein starkes Netzwerk kompetenter Partner. Zahlreiche ausländische Firmen haben dies erkannt und Südtirol als Standort für den Markteinstieg in Italien gewählt.
Nachhaltige, umfangreiche Investitionsförderung
Die Autonome Provinz Bozen fördert Investitionen in energiesparende Maßnahmen und in die Erschließung von Quellen für Erneuerbare Energie, wie Wasserkraft und Photovoltaik, mit einem Kapitalbeitrag von 30%. Im Zeitraum von 1992 bis 2008 hat Südtirol die Bereiche Energieeinsparung und Energienutzung mit insgesamt 245 Mio. Euro gefördert, woraus sich ein Investitionsvolumen von insgesamt 1,61 Mrd. Euro ergeben hat. So wurden 2008 in Südtirol 32 Mio. Euro an Fördermittel vergeben, was einer Summe von mehr als 6.300 Euro pro 100 Einwohner gleichkommt. (Ressort für Raumordnung, Umwelt und Energie 2009)
Das KlimaHaus Projekt – Vorzeigemodell für energiesparendes Bauen
Mit der Initiative KlimaHaus hat Südtirol einen grenzübergreifenden Maßstab für energieeffizientes Bauen gesetzt. Neben der Einführung von verifizierbaren Mindeststandards für den Energieverbrauch von Gebäuden hat die KlimaHaus Agentur ein ausdifferenziertes System von Gebäude- und Unternehmenszertifizierungen geschaffen. So wurde nicht nur eine wachsende Sensibilisierung für das Thema energieeffizientes Bauen geschaffen: Südtirol hat in Italien die Rolle des Impulsgebers für den gesamten Sektor übernommen. Mangels verbindlicher nationaler Richtlinien haben andere Regionen das Südtiroler Modell ganz oder teilweise übernommen.